Die perfekte Hochzeit – 7 Tipps von der Weddingplanerin

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Verliebt, verlobt – verzweifelt?! So riesig die Vorfreude nach der Frage aller Fragen ist und so viel Spaß das Ausmalen und Planen des schönsten Tages auch macht – als frische Braut ist man zu Anfang auch ganz schön erschlagen von den ganzen Möglichkeiten. So erging es mir zumindest. Es gibt so vieles festzulegen und zu organisieren. Seien wir doch mal ehrlich: eine Hochzeit planen ist ein fulltime-Projekt. Nur blöd, wenn man fulltime eben auch noch etwas anderes macht. Freudig überfordert habe ich deswegen zuerst eine Weddingplanerin gesucht. Die hat mir dann bei der Locationsuche in Hamburg unter die Arme gegriffen und nebenbei noch jede Menge Tipps mit auf den Weg gegeben, was ich unglaublich hilfreich fand. Anja Kellersmann von den Glücksagenten war das. Ihre Agentur ist spezialisiert auf Hochzeiten und Feiern in Norddeutschland. Ihre Tipps wollte ich Euch nicht vorenthalten! Womit Ihr am besten bei der Hochzeitsplanung anfangen solltet, wodurch eine Hochzeit unvergesslich wird und was bei der Trauung auf keinen Fall passieren darf, lest Ihr im Interview!

7 Fragen an Hochzeitsplanerin Anja Kellersmann von Glücksagenten

Copyright Anja Kellersmann

Weddingplanerin
Anja Kellersmann

1)   Verlobt – juhu! Doch für den großen Tag gibt es eine riesige to-do Liste. Womit fange ich bloß an und wieviel Zeit sollte ich einplanen?
Wenn die Gäste „mitspielen“, ist es theoretisch möglich, eine Hochzeitsfeier innerhalb weniger Wochen auf die Beine zu stellen. Allerdings kann man dann nicht damit rechnen – zumindest nicht in der Hochzeits-Hochsaison von April bis Oktober – freie Wahl bei den Hochzeitslocations zu haben. Die sind teilweise schon bis zu 1,5 Jahren im Voraus gebucht. Wer einen festen Wunschtermin hat, sollte sich also möglichst zeitig auf die Location-Suche machen. Noch vor der Location-Suche sollte sich ein Brautpaar allerdings über das zur Verfügung stehende Hochzeitsbudget im Klaren sein. Und in welchem Kreis man seine Hochzeit feiern möchte. Zudem sollte man sich auch schon zu Beginn über den Stil der Hochzeit Gedanken machen und ob man vielleicht ein spezielles Thema wählen möchte, das dann auch ein bestimmtes Ambiente verlangt. All diese Rahmenbedingungen grenzen den Kreis der in Frage kommenden Orte ein und vereinfachen ein wenig die Suche nach der optimalen Hochzeits-Location.Sobald diese gefunden und ein Termin fixiert ist, können die Gäste per Save-the-Date-Karte informiert werden. Zeitnah sollten dann auch schon die wichtigsten Dienstleister gebucht werden (DJ, Fotograf, …), und wenn dann tatsächlich noch mehrere Monate Zeit bleiben, kann man ganz in Ruhe alle Aufgaben auf die weiteren Monate aufteilen.

2)   Wie finde ich am besten meinen Stil und wer kann mir dabei helfen?
Wer noch keinen Stil im Kopf hat, der kann sich vorab schon ganz toll im Internet inspirieren lassen, zum Beispiel in Deinem oder anderen Hochzeitsblogs. Man kann sich online schon die Web-Seiten von Locations ansehen und mit Hilfe der Fotos einen Einblick erhalten und einen guten Überblick über diverse unterschiedliche Möglichkeiten. Und vielleicht hilft in dem Fall sogar eine Hochzeits-Zeitschrift weiter. Wichtig ist dabei, dass der Hochzeits-Stil zum Brautpaar passt, also authentisch ist. Und vor allem, dass beide sich einig sind und damit wohlfühlen. Selbst wenn der Bräutigam sich in den meisten Fällen nicht in dem gleichen Maße mit der Hochzeits-Dekoration auseinandersetzt wie die Braut, so sollte er doch informiert werden und die Hochzeits-Farben so wie das ganze Hochzeits-Konzept absegnen. Was sehr hilfreich ist, auch bei der Planung, ist ein Hochzeits-Thema. Das ergibt sich manchmal aus dem Namen oder der Einrichtung der Location, deren Lage oder ganz einfach aus der Jahreszeit. Schön ist es, wenn die Gäste das Brautpaar im Thema wiedererkennen, dann ergibt es sich aus gemeinsamen Interessen, manchmal auch aus Gegensätzen, aus der Kennenlerngeschichte, der Herkunft, aus den Berufen oder auch aus der Vorliebe für eine bestimmte Epoche, für eine Musikrichtung… Es gibt unzählige Möglichkeiten! Man muss nur ein wenig kreativ sein.

3)   Für wen macht es Sinn, einen Weddingplaner zu engagieren?
Ein Weddingplaner ist sinnvoll für jeden, der mit den Vorbereitungen Schwierigkeiten hat – in welcher Form auch immer. Meine Kunden kommen aus den verschiedensten Gründen zu den Glücksagenten. Die häufigsten sind:
– beide sind berufstätig, und es fehlt an Zeit
– man stammt nicht ursprünglich aus der Stadt, in der gefeiert werden soll, und es fehlen sowohl der Überblick über die Möglichkeiten als auch vertraute Tippgeber und helfende Hände
– es fehlt an Organisationstalent, und man ist schnell überfordert mit den vielen Aufgaben
– es fehlt an kreativen Ideen für eine individuelle Hochzeitsfeier, zum Beispiel mit einem bestimmten Thema
– man ist spät dran und hat nur noch wenig Zeit für die Planungen
– es ist ein tolles Deko- und Raum-Konzept geplant, aber es fehlen die Helfer für die Umsetzung vor Ort
– mindestens einer von beiden ist sehr perfektionistisch veranlagt und möchte jedes Risiko ausschließen, dass irgendetwas schief gehen könnte
– die Planungen müssen aufgrund einer räumlichen Trennung von einer Person so gut wie allein übernommen werden – dann ist eine Möglichkeit zur Rücksprache und Rückversicherung sehr wichtig
– man möchte etwas Verantwortung und dem damit verbundenen Stress abgeben, um den Tag der Hochzeit mit den Gästen gemeinsam in Ruhe genießen zu können

4)   Was kann ein Weddingplaner für mich machen, und wie teuer wird das?
Copyright Anja KellersmannWeddingplaner übernehmen gern alles, was ein Brautpaar nicht selbst machen kann oder möchte. Um herauszufinden, wie wir am besten helfen können, setzen wir uns mit dem Brautpaar zusammen und besprechen ausführlich alle Wünsche und den Unterstützungsbedarf. Unser Angebot beginnt dabei bei der einfachen Beratung, im persönlichen Gespräch oder in einem Do-it-yourself-Workshop. Es gibt Einzelleistungen wie die Location-Suche, das Entwickeln eines kreativen Hochzeits-Konzeptes oder die Organisation einer Freien Trauung bis hin zum Rundum-Sorglos-Paket. Auch bei diesem ist das Brautpaar natürlich noch gefragt, es wird niemandem etwas aus der Hand genommen oder ohne Rücksprache entschieden. Aber es werden für die Brautleute alle Entscheidungen sehr vereinfacht, es wird eine Auswahl an passenden Locations und Dienstleistern zusammengestellt, auf den Budgetplan geachtet, bebilderte Konzept- und Dekorations-Vorschläge gemacht, und und und.  Das Brautpaar braucht nur entspannt seine Wahl treffen und sich auf den großen Tag freuen. Die Kosten sind dabei ganz einfach davon abhängig, was genau ein Weddingplaner macht. Meist wird das Honorar nach Stunden kalkuliert und im Vorfeld eingeschätzt, jeder Kunde hat darauf also auch einen gewissen Einfluss und kann theoretisch das Weddingplaner-Honorar sogar selbst festlegen.

5)   Dein Tipp für Hochzeitsgäste: Was sind tolle Überraschungen für das Hochzeitspaar jenseits von Herzchenballons und Bildermalen?
Etwas, das zum Hochzeits-Thema passt…🙂 Das zeigt, dass die Gäste es verstanden und Spaß daran haben. Sehr schön finde ich aber auch immer die Gemeinschaftsaktion, in der jeder Gast bzw. jedes Gäste-Paar eine für das Brautpaar umgestaltete Flasche seines Lieblings-Weines zur Hochzeit mitbringt. So kann das Brautpaar noch wochen- oder sogar monatelang an weinseligen Abenden in Hochzeits-Erinnerungen schwelgen.

6)   Was darf bei einer Hochzeit auf keinen Fall passieren?
Sehr schlimm finde ich, wenn geweint wird, aber nicht aus Rührung, sondern weil man nach der langen Planungszeit auch an dem Tag der Feier noch immer nicht richtig loslassen kann und den ganzen Tag lang gestresst und unter Druck ist. Das kommt tatsächlich hin und wieder vor bei sehr perfektionistisch veranlagten Bräuten, da braucht es nur ein falsches Wort in einer Gäste-Ansprache. Da kann dann leider niemand helfen, weder der Bräutigam noch die Trauzeugen noch die Hochzeitsplanerin. Wer im Vorfeld ahnt, dass ihn (bzw. sie…) dieses Schicksal ereilen könnte, der sollte unbedingt in den Tagen vor der Hochzeit Maßnahmen zur Entspannung ergreifen und versuchen, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Was natürlich ebenfalls schrecklich ist: Wenn das Essen nicht reicht oder die Getränke ausgehen. Wenn der DJ nicht auftaucht oder der Strom über einen längeren Zeitraum ausfällt. Wenn die Gäste die Feier mit einer Braut-Entführung lahmlegen. Das wären für mich Hochzeits-Super-Gau-Szenarien. Ansonsten gehören kleinere Pannen zu einer Hochzeit dazu, und man sollte versuchen, die Dinge mit Humor zu nehmen, um sich nicht den Tag verderben zu lassen.

7)   Was war Dein schönstes Hochzeitserlebnis?
Für mich persönlich ist eine Hochzeit immer dann perfekt, wenn ich Lust habe, nach einem 14-Stunden-Tag den Feierabend trotzdem hinauszuzögern, weil die Stimmung so wunderbar ist und den ganzen Tag schon war. Das kommt etwa einmal im Jahr vor, und daran haben vor allem das Brautpaar und entspannte Gäste immer einen großen Verdienst. Und ich freue mich immer wahnsinnig, wenn ich ein tolles Hochzeits-Konzept umsetzen kann. Einige davon findest Du in meinem eigenen Blog. Eines meiner persönlichen Highlights war aber auch vor 1,5 Jahren ein kleiner Flashmob-Auftritt von Sängern während einer Trauzeremonie. Ich hatte alle im Publikum versteckt, und auf ein Stichwort der Rednerin stand einer nach dem anderen auf, um als Überraschung für das Brautpaar „My endless Love“ zu singen. Das war wunderschön, alle Gäste waren erst überrascht und dann ergriffen, und die Braut hatte schon bei der ersten Zeile angefangen zu weinen, und da hätte ich fast mit eingestimmt. Am meisten Spaß hat, glaub‘ ich, die Hochzeit mit dem Flugzeug-Thema gemacht, die ist schon ein paar Jahre her. Beide haben beruflich mit Flugzeugbau zu tun und hatten sich auch über die Arbeit kennengelernt, so dass das Thema „Flugzeuge im Bauch“ nahe lag. Wir hatten einen Parkplatzanweiser mit Warnweste, Kopfhörern und zwei Kellen zum Einweisen; zwei Stewardessen in echter Lufthansa-Kleidung (das waren die Trauzeugin und ich); einen Zollbeamten, der allen Gästen die Geschenke abgenommen hat; eine Hochzeitsrednerin in Piloten-Kuft; abgestimmte Musikstücke („Fly me to the moon“…) und diverse weitere Gimmicks – sogar eine von einer Radio-Moderatorin extra eingesprochene Ansage im Boarding-Style zum Start der Trauzeremonie und einen echten Flugzeug-Trolley, der beim Empfang zum Einsatz kam. Die Planungen haben unheimlich Spaß gemacht, und das Schönste war: sogar dem Bräutigam. Die Gäste sprechen heute noch davon, sagt das Brautpaar, und die Hochzeit wurde sogar in einem Braut-Magazin als Story abgedruckt.

2 Gedanken zu “Die perfekte Hochzeit – 7 Tipps von der Weddingplanerin

  1. Nettes Interview! Finde es auch hilfreich, eine Wedding-Planerin zu engagieren, allein schon aus dem reichen Erfahrungsschatz den diese mitbringen wie dieses Interview auch zeigt. So eine Hochzeit ist oft ein Riesenevent, wenn man als Braut noch nie so etwas organisiert hat und dann auch noch persönlich von diesem Tag stark beeinflusst wird, kann das leicht in die Hose gehen. Auch sehr schöne Geschichte von der Flugzeug-Hochzeit🙂.

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